Die Rainhofwiese als Frischluftschneise, Biotop, Wasserspeicher, landwirtschaftliche Nutzfläche, Naherholungsraum und Spiel- und Sportfläche für Kinder
Liebe Besucherinnen und Besucher der Webseite rainhofwiese.de
Sie interessieren sich für Klima- und Menschenschutz und die Wohnraumsituation in Kirchzarten-Burg? Dann sind Sie hier richtig!
Wir alle wissen, dass der Wohnraumbedarf in Deutschland und speziell im Freiburger Raum sehr hoch ist. Händeringend suchen die Gemeinden nach geeigneten Bauflächen zur Linderung der Wohnungsnot. Dabei passiert es leider auch, dass Flächen in Erwägung gezogen werden, deren Bebauung große Umweltprobleme zur Folge hätte. Umweltprobleme, die nicht nur auf die Wohnqualität der benachbarten Wohnsiedlungen Auswirkungen hätten, sondern auch auf die Lebensqualität der zukünftigen Bewohner dieser Neubausiedlungen!
Die Rainhofwiese, die an die Wohnsiedlung Burg-Birkenhof angrenzt, ist ein solcher Fall. Falls diese Freifläche, wie von der Gemeinde Kirchzarten geplant, mit mehrgeschossigen Wohnblocks bebaut wird, hätte dies ernsthafte Folgen für die Frischluftzufuhr des Höllentäler-Windsystems, von dem alle Einwohnerinnen und Einwohner der Siedlung gesundheitlich profitieren. Klimaschutz ist Menschenschutz!
Auch die Neubürger einer solchen Bebauung wären gesundheitlich betroffen: Wer möchte schon in einem lärmumtosten Verkehrsdreieck wohnen, umgeben vom Schwerlastverkehr der vielbefahrenen Bundesstraße 31, von den Zügen der Höllentalbahn und der überlasteten Höllentalstraße? Schon jetzt sind dort die Lärmgrenzwerte für Wohnsiedlungen weit überschritten. Lärm macht krank! Vor allem Dauerlärm, der die Menschen auch nachts nicht zur Ruhe kommen lässt.
Diese Webseite möchte Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die mit einer Bebauung der Rainhofwiese entstehenden Umweltprobleme und damit auch die Auswirkungen auf die dort wohnenden Menschen näherbringen. Urteilen Sie selbst!
Diese Webseite ist auch als Forum für den Gedankenaustausch gedacht. Schreiben Sie uns Ihre Meinung oder schicken Sie uns Berichte oder Unterlagen zum Thema einer Bebauung der Rainhofwiese an:
rainhofwiese[at]gmx.info
Geeignete Beiträge werden wir als Blog auf die Webseite stellen.
Falls auch Sie die Probleme einer Bebauung der Rainhofwiese für Menschen und Umwelt sehen, schreiben Sie bitte an den Gemeinderat oder den Bürgermeister der Gemeinde Kirchzarten und äußern Sie auch dort Ihre Bedenken. Die E-Mail-Adressen der Gemeinderäte finden Sie auf folgender Webseite der Gemeinde Kirchzarten:
Diese Webseite wurde von besorgten Bürgerinnen und Bürgern des Kirchzartener Ortsteils Burg-Birkenhof erstellt. Siehe Impressum.
Schutzfunktionen der Rainhofwiese für Mensch und Umwelt
Im Folgenden werden die wichtigsten Schutzfunktionen aufgezeigt, die die Rainhofwiese als ökologische Ausgleichsfläche für den Menschen, das Klima, die Tiere, Pflanzen und die Umwelt erfüllt. Auch als landwirtschaftliche Nutzfläche, für den Denkmalschutz, für die Naherholung und für den Schwarzwaldtourismus hat die Rainhofwiese Bedeutung.
Die geplante Bebauung der Rainhofwiese mit mehrgeschossigem Wohnungsbau in Kirchzarten, Ortsteil Burg-Birkenhof, führt zu erheblichen ökologischen Beeinträchtigungen. Betroffen sind nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung folgende Schutzgüter (§ 2 (1) UVPG):
1. Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit,
2. Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt,
3. Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft,
4. kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie
5. die Wechselwirkung zwischen den vorgenannten Schutzgütern.
Schutzgut Mensch
Die Gesundheit zukünftiger Anwohnerinnen und Anwohner des Baugebietes würde unter erheblichen Lärmbelästigungenund Schadstoffimmissionen durch den angrenzenden Verkehr leiden. Wie allgemein medizinisch bewiesen ist, macht Dauerlärm krank. Die Schallimmissionen durch die unmittelbar am Baugebiet vorbeiführende, insbesondere von LKWs vielbefahrene Bundesstraße 31 überschreiten schon jetzt die zulässigen Grenzwerte für Wohngebiete (siehe Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg).
Die Verkehrsbelastung auf der Höllentalstraßezum Erreichen der neuen Wohnsiedlung mit geschätzten zusätzlichen 300 PKWs würde weiter zunehmen. Schon jetzt sind die Anlieger der Höllentalstraße einer maximalen Lärmbelästigung ausgesetzt. Bei den häufigen unfall- oder staubedingten Störungen auf der B31 wird der gesamte Fern- und Güterverkehr über die enge Höllentalstraße umgeleitet, was zu einem Verkehrsinfarkt führt.
Die Rainhofwiese ist ein wichtiger und häufig genutzter Standort für die Landung von Rettungshubschraubern zur Rettung von Notfallpatienten (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) aus der gesamten Birkenhofsiedlung. Ausweichstandorte nach Bebauung der Rainhofwiese würden einen bedeutend längeren Rettungsweg zur Folge haben, was die Überlebenswahrscheinlichkeit von Notfallpatienten verringert.
Die Rainhofwiese hat eine wichtige Funktion als Naherholungsfläche zwischen der hochverdichteten und versiegelten Birkenhofsiedlung (2000 Einwohner, 50-70% Flächenversiegelung) und dem Gewerbegebiet Himmelreich mit seinem flächenintensiven Speditionsunternehmen und Baustoffgewerbe. Auch das Integrierte Quartierskonzept Burg-Birkenhof der Gemeinde Kirchzarten lehnt eine bauliche Nachverdichtung auf vorhandenen Grünflächen ab.
Die Rainhofwiese stellt eine sichere Spielfläche für Kleinkinder der zahlreichen jungen Familien im Einzugsbereich dar. Bereits jetzt wird die Wiese täglich von zahlreichen Kleinkindern genutzt. Die Kinder können nicht unbeaufsichtigt auf das Freizeitgelände im Rotbachtal geschickt werden.
Die Rainhofwiese als wohnungsnahe Spiel- und Sportfläche für KleinkinderDie dazugepachteten Spielplätze für Kleinkinder würden bei einer Bebauung ersatzlos wegfallen
Schutzgüter Klima und Lufthygiene
Ein mehrgeschossiger verdichteter Wohnungsbau würde die Frischluftschneise des kühlenden Höllentäler-Flurwindsystemsim Bereich der Rainhofwiese blockieren. Gerade im Austrittsbereich dieses Flurwindsystems aus dem engen Höllental ist eine ungestörte Verteilung der kühlenden Frischluft unverzichtbar. Auch aus Klimaschutzgründen ist der Erhalt der Frischluftzufuhr notwendig: Er ersetzt zahlreiche stromfressende Klimaanlagen.
Das Prädikat „Luftkurort“ der Gemeinde Kirchzarten würde durch die Baumaßnahme in Frage gestellt.
Schutzgüter Fläche, Boden und Wasser
Das Land Baden-Württemberg ist seit vielen Jahren bestrebt, die Bodenversiegelung und den „Flächenfraß“ im Land zu begrenzen. Je mehr Versickerungsflächen für den Niederschlag versiegelt werden, desto stärker wächst die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkniederschlägen. Die Rainhofwiese stellt eine wertvolle Retentionsfläche zum Aufnehmen von Niederschlagswasser dar.
Bei weiterer Versiegelung kann der stauwassergefährdete Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen und es droht ein noch stärkerer Wassereinbruch in den Kellern der umliegenden Häuser als jetzt schon der Fall ist.
Die Rainhofwiese ist eine landwirtschaftliche Nutzfläche. Mehrmals jährlich wird dort Heu gewonnen. Im Spätherbst und Winter dient sie als Weidefläche für Wanderschafherden. Das traditionelle Höfefest im Herbst ist eine Ausstellung der regionalen Landwirtschaft auf der Rainhofwiese.
Großflächige Überflutung der Rainhofwiese und der angrenzenden Wohnbebauung nach dem Starkregenereignis am 10.10.2009Wanderschafherde auf der Rainhofwiese am 4.1.2025Die Landwirtschaft nutzt die Rainhofwiese zur HeugewinnungDie umliegenden Reiterhöfe nutzen die Rainhofwiese zum geführten Ausritt von Kindern
Schutzgüter Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt:
Als Streuobstwiese bietet der schützenswerte Walnuss- und Obstbaum-Altbestand auf der Rainhofwiese Vögeln und Insekten Nistplätze und Nahrungsquellen. Störche nutzen die Wiese zur Nahrungssuche. Oft werden die unter Artenschutz stehenden Rotmilane auf Beutefang über der Wiese beobachtet.
Als Freifläche im Biotopverbund erfüllt die Rainhofwiese eine wichtige Funktion als Biotop-Trittstein zwischen den Grünlandbiotopen des Dreisamtals und dem bewaldeten Schwarzwald.
Die Rainhofwiese bildet eine ökologisch bedeutende Grünzäsur zwischen der hochverdichteten Birkenhofsiedlung und dem Gewerbegebiet Himmelreich.
Die Streuobstwiese bietet Vögeln und Insekten Nahrungs- und NistplätzeAuch Störche nutzen die Rainhofwiese zur Futtersuche
Schutzgut kulturelles Erbe
Die Rainhofwiese liegt innerhalb der keltischen Tarodunum-Siedlung als archäologische Fundstätte. Eine Bebauung unterhalb 2 Metern Bodentiefe ist daher nicht erlaubt. Damit würden die geplanten mehrgeschossigen Wohnblöcke nicht unterkellert. Auch eine Tiefgarage zur Bereitstellung der ca. 300 Stellplätzen für PKWs ist nicht machbar. Stattdessen gibt es Überlegungen für ein mehrgeschossiges oberirdisches Parkhaus.
Sowohl der verdichtete mehrgeschossige Wohnungsblockbau als auch ein Parkhaus würden das Landschaftsbild des denkmalgeschützten Ensembles der Rainhofscheune als kulturelles Erbe erheblich beeinträchtigen.
Das traditionelle Höfe-Festival findet als kulturelles Ereignis jeden Herbst auf der Rainhofwiese statt. Es zeigt die Leistungen und die Produkte der regionalen Landwirtschaft. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden durch die Begegnung mit Nutztieren, Ponyreiten etc. mit der heimischen Landwirtschaft vertraut gemacht. Einen Rückblick auf das Höfe-Festival 2024 finden Sie hier .
Das traditionelle Höfe-Festival im.September 2024 auf der Rainhofwiese. Das denkmalgeschützte Ensemble der Rainhofscheune (links) und des Rainhofs (Mitte) sind als historisches Ortseingangsbild zusammen mit der Rainhofwiese gut zu erkennen. Eine neue Wohnblockbebauung würde das Ortsbild zerstören. Bildquelle: https://www.marktplatz-landkultur.de/hoefe-festival/r%C3%BCckblick-hoefe-festival-24/Auch Ponyreiten für Kinder ist auf dem Höfe-Festival eine große Attraktion
Schutzgut Landschaft
Das Ortseingangsbild, das bisher als dorfprägendes Ensemble der streuobstbestandenen Rainhofwiese vor der denkmalgeschützten historischen Rainhofscheune geprägt ist, würde seinen ländlichen Charakter vollständig verlieren.
Eine mehrgeschossige Wohnblockbebauung direkt am Fuß der Schwarzwaldberge würde auch den wirtschaftlich bedeutenden Charakter Kirchzartens als Urlaubsdestination beeinträchtigen. Die Sichtbeziehungen im ländlich geprägten Raum würden durch die untypische Wohnblockbebauung gestört.
Baukräne statt Erholungslandschaft in der Urlaubsdestination Kirchzarten. Anblick beim Bau der Kirschner-Wohnbebauung auf der Rainhofwiese im Jahr 2008Flächenfraß auf der Rainhofwiese. Auch der letzte Teil der Freifläche mit ökologischer Bedeutung für den Klima-, Boden- und Artenschutz soll der Bebauung geopfert werdenErdaushubdeponie auf der Rainhofwiese im Jahr 2008. Wenn die neue Bebauungsplanung Wirklichkeit wird, werden die wertvollen Baumbestände der Streuobstwiese der Axt zum Opfer fallen
Die vorhandenen großen Grünflächen sind „heilig“, d.h. es wurde festgestellt: „dichter“ geht nicht mehr – eine bauliche Nachverdichtung auf vorhandenen Grünflachen wird abgelehnt.
Die jetzigen Grünflachen werden sehr stark und kontinuierlich genutzt und es besteht ein Nutzungsdruck auf andere öffentliche Grünflachen, wie z.B. auf die Rainhofwiese (Landwirtschaftliche Fläche am östl. Ortsrand), die schon jetzt von vielen Bewohnern als Freifläche genutzt wird. Der Bedarf an neuen großen Grünflachen ist daher groß.
7.2.3 Maßnahmenvorschläge
Erhalt der bestehenden Grünflächen, da die Siedlung schon eine hohe Siedlungsdichte aufweist.
Die Rainhofwiese als quartiersnahe Grünfläche erfüllt die Funktionen als Naherholungsraum, Frischluftschneise, Biotop, Wasserspeicher, landwirtschaftliche Nutzfläche sowie Spiel- und Sportfläche für Kinder.